Das Testament

Das Verfassen eines Testaments ist ein bisschen wie das Verfassen des letzten Teils unserer Autobiografie. Wir setzen uns mit unserem Leben auseinander, blicken zurück und hinterlassen einen Teil von uns selbst … das Testament.

Das Verfassen eines Testaments ist keine leichte Aufgabe und wird allzu oft aufgeschoben.  Wir wissen nicht, was das Schicksal bringen wird. Deshalb ist es eine gute Idee, den letzten Willen aufzuschreiben und sich nicht nur auf die gesetzlichen Regelungen zu verlassen.

Besonders in internationalen Fällen stellt sich die Schwierigkeit, das Vermögen des Verstorbenen zu ermitteln. Enge deutsch-polnische Beziehungen führen heute dazu, dass oft zunehmend Immobilien, Bankkonten, Fonds, Versicherungen usw., die sich in Polen und Deutschland befinden, in den Nachlass einbezogen werden. Eine Selbstauskunft im Testament darüber, was zum Nachlass gehört, kann sich in solchen internationalen Fällen als äußerst nützlich erweisen.

Mit diesem Beitrag beginne ich eine Serie von Veröffentlichungen zum polnischen Erbrecht und beginne mit den drei grundlegenden Merkmalen von Testamenten in Polen.

Drei grundlegende Merkmale eines Testaments in Polen

Internationale Grundlagen

Ein Testament ist ein Rechtsgeschäft, das die rechtliche Situation des Vermögens einer Person im Todesfall regelt. Drei Merkmale eines Testaments werden in den verschiedenen nationalen Rechtsordnungen in der Regel genannt:

  • Es handelt sich um ein einseitiges Rechtsgeschäft,
  • es ist eine Verfügung von Todes wegen und
  • es ist widerruflich.

Das Vorhandensein dieser drei Merkmale ist erforderlich, damit ein Rechtsgeschäft als Testament angesehen werden kann.

Merkmale gemäß polnischem Zivilgesetzbuch

Gemäß polnischem Zivilgesetzbuch kann ein Testament als Rechtsgeschäft charakterisiert werden, wenn es die folgenden Merkmale aufweist: Verfügung von Todes wegen (Art. 941), Widerrufbarkeit (Art. 943), Einseitigkeit (Art. 944 § 2) sowie zusätzlich zu den oben genannten die Unterwerfung unter weitreichende Formvorschriften, deren Nichteinhaltung zur Ungültigkeit des Testaments führt (Art. 958).

Erläuterung der Merkmale

Ein Testament weist einen sehr persönlichen Charakter auf und ist ein einseitiges Rechtsgeschäft, was bedeutet, dass es nur eine Partei gibt. Zudem ist die reine Willenserklärung dieser Person ausreichend, damit das Testament seine rechtliche Wirkung entfaltet.

Ein Testament ist eine Verfügung von Todes wegen (mortis causa). Das bedeutet, dass es zum Zeitpunkt seiner Errichtung keine Rechtswirkung hat, da die Auswirkungen erst mit dem Tod der Person eintreten können, die das Testament verfasst hat (der Erblasser).

Zum anderen kann der Erblasser sein Testament jederzeit widerrufen. Das Gesetz sieht jedoch zwingend vor, dass der Widerruf durch den Erblasser selbst und nicht durch einen Vertreter erfolgt.

Die Formvorschriften geben die gesetzliche Form vor, in der das Testament erstellt werden muss, um als gültig angesehen werden zu können.

Die Inhalte dieses Beitrages sind sorgfältig recherchiert und dienen der allgemeinen Information über das beschriebene Thema. Gleichwohl kann keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der veröffentlichten Inhalte übernommen werden. Der Text stellt keine Rechtsberatung dar und kann eine rechtliche Beratung nicht ersetzen.