Besondere Testamente: Militärtestament

Das letzte besondere Testament in Polen ist das Militärtestament. Das polnische Zivilgesetzbuch ist sehr lakonisch in Bezug auf die Möglichkeit, ein Testament in dieser Form zu errichten, und verweist auf die Verordnung des Ministers für nationale Verteidigung über das militärische Testament.

Militärtestament

Militärtestamente können nur in Zeiten des Krieges, der Mobilmachung oder der Gefangenschaft errichtet werden, außerdem kann diese Form des Testaments nur von den in der o.g. Verordnung genannten Personen verwendet werden, d.h.:

  • Soldaten der Streitkräfte im aktiven Militärdienst;
  • Zivilangestellte, die bei den Streitkräften beschäftigt sind;
  • Zivilpersonen, die die Streitkräfte begleiten, d.h. zum Beispiel Mitglieder des Personals des Vereins „Polnisches Rotes Kreuz“ und anderer Vereinigungen, die den militärischen Gesundheitsdienst unterstützen;
  • Personen, die in den Streitkräften seelsorgerische Tätigkeiten ausüben, Mitglieder von Hilfsdiensten und andere Personen, die persönliche Dienste für die Streitkräfte leisten;
  • Andere als die oben genannten Zivilpersonen, wenn sie sich in einem Gebiet unter der ausschließlichen Verwaltung der Militärbehörden oder auf einem Marineschiff oder in einem Flugzeug der Streitkräfte aufhalten.

Ein militärisches Testament kann in einer der folgenden Formen verfasst werden:

  • Der Erblasser erklärt seinen letzten Willen mündlich vor dem Militärrichter, der dies in einem Protokoll niederschreibt, Ort und Datum des Protokolls dokumentiert, das Protokoll dem Erblasser vorliest und einen Vermerk darüber anfertigt. Das Protokoll wird dann vom Erblasser und vom Richter unterzeichnet und wenn der Erblasser nicht in der Lage ist zu unterschreiben, muss der Militärrichter einen Vermerk in das Protokoll aufnehmen, in dem er den Grund für das Fehlen der Unterschrift des Erblassers erläutert;
  • Der Erblasser erklärt seinen letzten Willen mündlich in Anwesenheit von zwei gleichzeitig anwesenden Zeugen, von denen einer den Willen des Erblassers unter Angabe des Ortes und des Datums, an dem er niedergeschrieben wurde, dokumentiert. Das so erstellte Testament wird dann vom Erblasser und den beiden Zeugen unterzeichnet;
  • Wenn der Erblasser nicht in der Lage ist, zu unterschreiben, erklärt er seinen letzten Willen mündlich in Anwesenheit von drei gleichzeitig anwesenden Zeugen, von denen einer den Willen des Erblassers unter Angabe des Ortes und des Datums der Niederschrift und unter Erläuterung des Grundes für das Fehlen der Unterschrift des Erblassers dokumentiert. Das so errichtete Testament wird, nachdem es dem Erblasser vorgelesen und von ihm zur Kenntnis genommen wurde, von allen drei Zeugen unterzeichnet.

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